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Studie · 2026-08-12

Fraunhofer ISE Studie H1/2026: Wärmepumpen-Strompreis stabil

von Dr. Katharina Heller · 12 Minuten Lesezeit

Hinweis: Dieser Beitrag wurde redaktionell aufbereitet. Die zugrundeliegenden Daten und Zitate sind am Ende verlinkt.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat im August 2026 eine neue Marktstudie vorgelegt, die das Verhältnis von Wärmepumpen-Strompreis zu Bestand-JAZ systematisch analysiert. Die zentrale Botschaft: Die Strompreise für Heizstrom bleiben 2026 weitgehend stabil — eine Kombination aus gefallenem Großhandelspreis und kontinuierlich steigender Netzentgelte-Pauschalierung nach § 14a EnWG. Für Bestandsbauten bedeutet das, dass die jährliche Stromrechnung gegenüber 2024 nur um 2 % bis 4 % steigt.

Im Median liegt der Wärmepumpentarif 2026 zwischen 22 und 26 ct/kWh, je nach Region und Anbieter. Die Studie differenziert vier Tarifklassen: Grundversorgung (28–32 ct/kWh), klassischer Wärmepumpen-Sondertarif (24–26 ct/kWh), dynamischer Börsenstromtarif (18–24 ct/kWh, abhängig von der Lastprognose) und City- oder KWK-Tarife mit ergänzenden Boni (teilweise unter 20 ct/kWh).

Die Konsequenz für Bestandsbesitzer ist klar: Wer noch in der Grundversorgung ist, sollte den Tarif wechseln. Wer einen dynamischen Tarif wählt und seine Wärmepumpe mit PV-Überschuss koppelt, kann die Stromkosten um bis zu 30 % senken — vorausgesetzt, die Pac unterstützt SG-Ready oder eine vergleichbare Steuerschnittstelle.

Die Studie geht außerdem auf die JAZ-Verteilung in 800 vermessenen Anlagen ein. Bestand-EFH in Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) erreichen eine mittlere JAZ von 4,1; in Mitteldeutschland (NRW, Hessen) 3,8; in Ostdeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt) 3,6; im Norden (Hamburg, Schleswig-Holstein) 4,1. Die Streuung ist in allen Regionen breit — sie reicht von 2,8 (saniert mit fehlendem Vorlauf) bis 5,2 (Neubau mit FBH).

Bemerkenswert: Die JAZ in Bestandsbauten ist im Mittelwert gegenüber 2023 um 0,3 Punkte gestiegen. Das liegt an drei Effekten: (1) modernere Inverter-Technik, (2) konsequentere Heizlastberechnung, (3) zunehmender Einsatz von R290-Kältemittel mit besseren COP-Werten bei niedrigen Außentemperaturen.

Für Bauherren und Sanierer empfiehlt die Studie drei Sofortmaßnahmen: (a) Heizlastberechnung vor Angebotstellung erzwingen, (b) Bestandsheizung dokumentieren und Vorlaufprobe machen, (c) Tarif wechseln, bevor die Heizperiode startet. Wer diese drei Punkte beachtet, spart im Schnitt 350 € pro Jahr gegenüber dem schlechtesten Szenario.

Methodisch stützt sich die Studie auf Daten des BWP Branchenindex 2025, eigene Feldmessungen des Fraunhofer ISE und den Strommarktdatensatz der Bundesnetzagentur 2024. Die Daten sind frei verfügbar; in die Berechnung der JAZ gehen 32 einzelne Felder pro Anlage ein, darunter Heizlast, Vorlauftemperatur, Stromzählerstand und Wartungshistorie.

Wir erwarten in der zweiten Jahreshälfte 2026 weitere Berichte, insbesondere zu KfW 458-Förderquoten und zur Anwendung des neuen § 14a EnWG auf bestehende Anlagen. Die Wade-Redaktion beobachtet die Entwicklung und aktualisiert diese Seite entsprechend.

Quellen & Belege