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Bestand · Sanieren statt ersetzen

Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bestand

Die meisten Heizungstausche finden nicht im Neubau statt, sondern im Bestand. Für Bestandsbauten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe ideal, sofern Dämmung und Heizflächen passen. Diese Seite erklärt die Eignungsprüfung in drei Schritten — ohne Marketing-Sprache, ohne Bevorzugung einer Bauform.

Wann die Pac im Bestand funktioniert

Die drei Hauptdeterminanten sind Heizlast, Vorlauftemperatur und Schallkulisse. Wer alle drei im Voraus prüft, vermeidet 90 % der Bauzeit-Überraschungen.

  1. Heizlast prüfen — DIN EN 12831 durch einen SHK-Fachbetrieb. Bei einem Bestand-EFH mit 150 m² liegt sie meist zwischen 6 und 12 kW.
  2. Vorlauftemperatur prüfen — Bestand-Plattenheizkörper brauchen oft 55 °C, Niedertemperatur-Heizkörper oder FBH kommen mit 45 °C aus. Liegt die effektive Vorlauftemperatur über 60 °C, ist eine Pac kritisch und Hybrid sinnvoll.
  3. Schallkulisse prüfen — TA Lärm: 35 dB(A) nachts in Wohngebieten. Schallprognose durch Fachbetrieb reicht meist für die ersten 5 m Abstand.

Häufige Fallstricke im Bestand

Die folgenden Situationen führen regelmäßig zu Ärger, weil sie auf der ersten Begehung nicht offensichtlich sind:

Typische Bestandsbau-Konstellationen

BaualterEffektive VorlauftemperaturGeeignete Pac-KlasseHeizflächen-Tausch nötig?
EFH 1965–1985 unsaniert55–60 °CHybrid oder sehr großes GerätJa, in 60 % der Fälle
EFH 1985–2000 teilsaniert50–55 °CStandard 10–12 kWSelektiv
EFH 2000–2015 vollständig saniert45 °CStandardNein
EFH 2015+ KfW-Effizienzhaus35 °CStandard klein 8 kWNein

Realistischer Zeitplan

Wer im Sommer beginnt, kommt vor dem ersten Frost zur Inbetriebnahme:

Quellen

  • DIN EN 12831 — Heizlastberechnung
  • VDI 4645 — Heizungsanlagen mit Wärmepumpen
  • BWP Bundesverband Wärmepumpe — Bestandsbauten & Pac