Luft-Wasser-Wärmepumpe: Aufbau, Funktion, Grenzen
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft als Wärmequelle. Wie das technisch funktioniert, welche Stellschrauben zählen und wo die Grenzen liegen — hier in der Übersicht.
Der Kältekreislauf in einer Minute
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist im Kern ein umgekehrter Kühlschrank: Sie entzieht der Außenluft Wärme, hebt deren Temperaturniveau an und gibt sie an das Heizwasser ab. Vier Komponenten leisten das: Verdampfer (Luftseite), Verdichter, Verflüssiger (Wasserseite) und ein Expansionsventil. Kältemittel (R290 Propan oder R32) transportiert die Energie dazwischen.
- Verdampfer: Außenluft wird über die Lamellen geführt; das Kältemittel verdampft bei niedriger Temperatur.
- Verdichter: erhöht Druck und Temperatur des Dampfes.
- Verflüssiger: gibt die Wärme an das Heizwasser ab; das Kältemittel kondensiert.
- Expansionsventil: senkt Druck und Temperatur wieder ab; Kreislauf beginnt erneut.
Kennzahlen, die Sie kennen sollten
COP – kurzfristige Effizienz
Die Coefficient of Performance (COP) beschreibt das Verhältnis von Nutzenergie zu eingesetztem Strom an einem konkreten Prüfpunkt (z. B. A7/W35 — 7 °C außen, 35 °C Vorlauf). Hohe COP-Werte (über 4) zeigen ein leistungsfähiges Gerät für milde Bedingungen.
JAZ – Effizienz im Jahresmittel
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) berücksichtigt das gesamte Jahr. Eine JAZ von 3,0 ist die Untergrenze, oberhalb derer sich der Wechsel wirtschaftlich lohnt. 3,5–4,5 sind im Bestand erreichbar.
Vorlauftemperatur
Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter die Pac. 35 °C ist das Optimum für Fußbodenheizung. 50 °C ist die Grenze, an der viele Bestandshydrauliken noch funktionieren. 55 °C wird im Altbau oft nötig.
Monoblock oder Split
Beim Monoblock ist der komplette Kältekreislauf in der Außeneinheit. Im Haus steht nur eine Hydraulik. Das vereinfacht die Wartung und reduziert das Risiko von Leckagen im Haus. Beim Split teilen sich Innen- und Außeneinheit den Kreislauf. Split-Systeme können bei sehr kalten Außentemperaturen oft länger ohne Heizstab arbeiten, benötigen aber eine kältetechnisch ausgebildete Fachkraft für die Inbetriebnahme.
Schall ist die Projekt-Risiko-Stelle
Die Außeneinheit ist ein Strömungs- und Kompressorgeräusch in einem Atemzug. Rechnen Sie mit Schallpegeln zwischen 30 dB(A) in 3 m Entfernung (gute Geräte, nachts reduziert) und 55 dB(A) (kleines, günstiges Gerät auf Prallschall). Die TA Lärm gibt die Höchstwerte vor: 35 dB(A) nachts in reinen Wohngebieten, 40 dB(A) in Mischgebieten.
Wo die Grenzen liegen
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist nicht ideal, wenn:
- die Vorlauftemperatur regelmäßig über 60 °C liegen muss (ungeeignet für sehr alte, ungedämmte Heizflächen),
- kein geeigneter Aufstellort für die Außeneinheit existiert (Denkmalschutz, zu enge Bebauung),
- der Hausanschluss nicht ausreichend dimensioniert ist (Lastenmanagement kann helfen),
- die JAZ unter 3,0 fallen würde (Hybrid-Lösung mit Gas-Brennwertkessel als Backup).
In diesen Fällen empfiehlt sich eine ehrliche Vor-Ort-Begehung durch einen SHK-Fachbetrieb, der JAZ, Vorlauf und Schall rechnet, bevor ein Gerät bestellt wird.
Quellen
Weiterführende Themen
Wenn Sie Monoblock versus Split konkreter vergleichen möchten, lesen Sie den Vergleichsratgeber. Für Heizflächen und Vorlauftemperatur finden Sie im Heizkörper-Artikel konkrete Hinweise.