Luft-Wasser-Wärmepumpe im Neubau
Im Neubau ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die Standardlösung — vorausgesetzt, das Gebäude wird konsequent auf niedrige Vorlauftemperatur ausgelegt. Diese Seite erklärt Planungslogik, Heizflächen-Design und Estrichaufheiz-Programm für Architekt:innen und Bauherr:innen.
Heizlast im Neubau: bewusst klein rechnen
Im Neubau KfW-Effizienzhaus 40 oder 55 liegt die Heizlast zwischen 4 und 7 kW pro 150 m². Eine 8-kW-Pac reicht dann voll. Wer auf 12 kW dimensioniert, verschenkt Modulationsfähigkeit und damit JAZ: Die Pac wird im Winter zu oft ein- und ausgeschaltet statt moduliert.
Heizflächen im Neubau richtig planen
| Heizfläche | Vorlauftemperatur | Rohrabstand | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Fußbodenheizung klassisch | 35 °C | 20–30 cm | Solide Wahl |
| Fußbodenheizung dicht | 30 °C | 10–15 cm | Schnellere Aufheizung |
| Wandheizung | 30 °C | 10 cm | Bei wenig Bodenaufbau |
| Niedertemperatur-Plattenheizkörper | 40 °C | — | Hybridaufbau mit FBH möglich |
Estrich-Aufheizprogramm — was SHK und Estrichleger klären müssen
Fußbodenheizungen brauchen nach dem Einbringen des Estrichs ein genormtes Aufheizprotokoll, bevor sie in Betrieb gehen. Das Protokoll ist Hersteller-abhängig, gemeinsame Parameter:
- Vorlauftemperatur beginnt bei 25 °C und steigt täglich um 5 K bis auf maximal 50 °C (Calciumsulfat-Estrich) oder 55 °C (Zement-Estrich).
- Haltezeit: 24 Stunden bei Zieltemperatur, dann kontrolliertes Absenken.
- Dokumentation: Protokoll auf der Baustelle, beim SHK-Betrieb abzugeben.
Wer das Aufheizprogramm überspringt, riskiert Risse im Estrich und Garantieverlust.
Wirtschaftlichkeit im Neubau
Im Neubau ist die Pac in 95 % der Fälle wirtschaftlicher als eine Gas-Brennwert-Heizung, sofern:
- die Heizlast unter 7 kW pro 150 m² liegt (Standard-Effizienzhaus).
- der Stromanschluss mindestens 9 kW pro Pac hergibt.
- das Gebäude mindestens KfW-Effizienzhaus 55 ist oder vergleichbar.
In ungünstigen Neubau-Konstellationen (sehr große Häuser, ungünstige Hülle) wird die Pac unwirtschaftlich oder muss mit Solarstrom und Pufferspeicher gekoppelt werden.
Quellen
- DIN EN 1264 — Fußbodenheizung Systeme und Komponenten
- GEG (Gebäudeenergiegesetz), Stand 2026
- BMI / BBSR — Leitfaden energieeffizientes Bauen