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Marktdaten · 2026-07-22

BWP Branchenpreis H1/2026: leichte Erholung am Markt

von Wade-Redaktion · 9 Minuten Lesezeit

Hinweis: Dieser Beitrag wurde redaktionell aufbereitet. Die zugrundeliegenden Daten und Zitate sind am Ende verlinkt.

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) hat im Juli 2026 sein halbjährliches Preis-Update veröffentlicht. Der Branchenpreis-Index H1/2026 zeigt, dass die durchschnittlichen Brutto-Gerätepreise für Luft-Wasser-Wärmepumpen seit H2/2025 um 2,4 % gestiegen sind, während die Montagepreise stabil blieben. Der Gesamtindex liegt für 12-kW-Mittelklasse-Geräte bei 12.800 € brutto, gegenüber 12.500 € in H2/2025.

Aufgeschlüsselt nach kW-Klassen zeigen sich einige Verschiebungen: 8-kW-Geräte sind um 1,2 % günstiger geworden, weil zwei Hersteller die ältere Baureihe auslaufen lassen und durch eine preiswertere Nachfolger-Baureihe ersetzen. 12-kW-Geräte sind um 1,8 % teurer geworden, getrieben durch die Umstellung auf R290-Kältemittel und durch neue Sicherheitsanforderungen nach DIN EN 378.

Bei den Bauformen bleibt das Bild stabil: Monoblock-Geräte sind im Mittel 1.200 € günstiger als Split-Geräte derselben Klasse, weil kein kältetechnisches Zertifikat für die Inbetriebnahme erforderlich ist. Im Wartungsvergleich verkehrt sich der Preisvorteil: Split-Geräte kosten über 5 Jahre etwa 800 € mehr Wartung, weil die jährliche Dichtheitsprüfung zwingend ist.

Die regionale Verteilung der Preise zeigt einen Süd-Nord-Gradienten: In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen liegen die Preise 2–4 % über dem Bundesdurchschnitt, in Ostdeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg) 1–3 % unter dem Durchschnitt. Hintergrund: die Konzentration der SHK-Betriebe und die Auslastung der Installationskapazitäten in den wachstumsstarken Regionen.

Im Premium-Segment (Schallhaube, Smart-Grid-Anbindung, erweitertes Energiemanagement) ist die Preisspreizung besonders groß: 15–20 % über dem Mittelwert, je nach Hersteller. Wer auf solche Features verzichten kann, spart 2.500 € bis 4.000 €. Wer zwingend auf Schallhaube und erweitertes Energiemanagement angewiesen ist, sollte mit dem vollen Premium-Preis rechnen.

Eine zweite Beobachtung: Die KfW-Förderung wirkt preisstabilisierend. Seit H2/2024, also nach Einführung der KfW-458-Struktur, hat sich die Preisspreizung zwischen Herstellern und Händlern um rund 8 % verringert. Der Grund: viele Händler bieten Kombi-Offerten, die KfW-Beratung, Geräte, Montage und Förderabwicklung als Paket enthalten. Diese Bündelung macht den Preisvergleich transparenter und hat den Wettbewerb intensiviert.

Wir empfehlen Bauherren und Sanierern: Holen Sie vor Vertragsabschluss mindestens zwei, besser drei Angebote ein, am besten von Betrieben mit eigener KfW-Begleitung. Eine kombinierte Beratung spart Zeit und stellt sicher, dass die Förderung optimal genutzt wird.

Quellen & Belege